• Michaela Boehme

Hitze, Dürre und Pandemie: Verflochtene Krisen in Chinas Südwesten


Blick auf den ausgetrockneten Jialing-Fluss bei Chongqing
© Xinhua | Blick auf den ausgetrockneten Jialing-Fluss bei Chongqing

 

Magazin Dandu: Leserzuschriften zur Hitzewelle im Süden und Südwesten Chinas [1]

Übersetzt von Michaela Böhme

 

Anmerkungen zum Text


Im Juli und August erlebten viele Landesteile im Süden und Südwesten Chinas eine historische Hitzewelle. Wochenlange Temperaturen über 40 Grad und null Niederschlag in dieser ansonsten Wasserreichen Region haben Mensch und Natur gleichermaßen belastet.


Hinzu kamen Engpässe bei der Energieversorgung. Besonders Sichuan und Chongqing decken einen Großteil ihres Energiebedarfs über Wasserkraftanlagen. So kann zum Beispiel der bei Chongqing gelegene Drei-Schluchten-Damm zu gewöhnlichen Zeiten Energie für über 20 Millionen Haushalte produzieren.


Doch extremes Niedrigwasser in der Region hat die Energieerzeugung derart beeinträchtigt, dass sich die Behörden gezwungen sahen, Unternehmen und Haushalten stundenweise den Strom abzustellen. Produktionsstopps in vielen Unternehmen und gesundheitliche Schäden kranker und älterer Menschen waren die Folge.


Und auch die Corona-Pandemie ist in China noch längst nicht Geschichte. Erst vor wenigen Tagen kündigte die 20-Millionen-Einwohnerstadt Chengdu in der Provinz Sichuan einen neuen Lockdown an.


Wie die Menschen mit dieser Extremsituation umgehen, wollte das Online-Magazin Dandu (单读) von seinen Leserinnen und Lesern wissen. Im Folgenden präsentieren wir eine Auswahl anonymer Zuschriften, die auf dem WeChat-Account des Magazins veröffentlicht wurden.


 

Leserzuschriften zur Hitzewelle im Süden und Südwesten Chinas

Magazin Dandu



Zuschrift aus Chongqing:


Ich arbeite in einem Betrieb in Chongqing, der kurz vor der Aufgabe steht. Am 10. August kündigte die Regierung an, Strom für Fabriken rationieren zu wollen. Daraufhin musste die Produktion tagsüber eingestellt werden und es wurde nur noch die Nachtschicht gearbeitet. Am 17. August wurde von der Regierung verkündet, dass noch mehr Strom rationiert werden müsse. Seitdem stehen die Bänder auch während der Nachtschicht still.


Das Büropersonal arbeitet seit dem 10. August im Home-Office, wie wir es von der Pandemie her bereits gewöhnt sind. Die Strom-Engpässe haben unsere Effizienz nicht sonderlich eingeschränkt, aber sie führen zu deutlichen Verzögerungen bei der Fertigung und Auslieferung.

Als Arbeitnehmer eines ausländischen Unternehmens stehen wir noch vergleichsweise gut da. Die Löhne werden normal weitergezahlt, nur auf die Überstunden- und Nachtschichtzulagen muss jetzt verzichtet werden.


Im Alltag halte ich mich an den Grundsatz, möglichst wenig vor die Tür zu gehen, da es wirklich zu heiß ist. Meine Cousine befindet sich aktuell in der Schwangerschaft. Da sie hier in Chongqing im Moment keine Verpflichtungen hat, hat sie im Umland Zuflucht vor der Hitze gesucht.


Nachmittags gegen drei, vier Uhr ist das Wasser, was aus den Leitungen kommt, so heiß, dass man sich direkt mit kaltem Wasser duschen kann. Wenn ich Essen online bestelle, denke ich jetzt manchmal, dass ich das dem Lieferservice wirklich nicht antun kann, es ist einfach zu heiß. Letzten Freitag war ich einkaufen und habe mich gleich für die kommenden Tagen mit allem eingedeckt.


Heute hat Chongqing PCR-Tests für alle Einwohner angekündigt. In WeChat sehe Freunde, die sich bereits Mitternacht anstellen. Jetzt sind es über 40 Grad, da ist es für die Leute echt schwer, nicht die Beherrschung zu verlieren.


Seit der Grundschule versuche ich etwas für den Umweltschutz zu tun. Jetzt mit den Stromengpässen und der Klimakrise spare auch ich Strom, wo ich nur kann, schalte die Klimaanlage aus, wenn es nicht unerträglich heiß ist, jeden Tag ist sie nur für ein paar Stunden an. Das gleiche beim Ventilator und Wasser – nur ja nichts verschwenden. Nächsten Montag soll es endlich abkühlen.



Zuschrift aus Jiangsu:


Freunde aus Sichuan und Chongqing erzählen mir, dass sie ihren gesamten Alltag strikt nach der Uhr planen müssen. Hier in Zhejiang und Jiangsu hingegen sind die Temperaturen bereits auf unter 23 Grad gefallen. Trotzdem sind in den Kaufhäusern und U-Bahnhöfen überall die Klimaanlagen an. Ich hab mir mit langen Ärmeln eine Erkältung eingefangen … warum kann bei uns in den öffentlichen Räumen nicht mehr Strom gespart werden?



Zuschrift aus Sichuan:


Weil meine Mutter krank war, war ich oft im Krankenhaus und habe dort viel mit dem Personal gesprochen. Auf Station hörte ich, dass vor ein paar Tagen einige Bauern bei der Feldarbeit wegen der Hitze gestorben seien. Das waren nicht die Alten und Schwachen, starke Männer in den besten Lebensjahren hat es erwischt!


Die Hitzetoten wurden schnell an unbekannter Stelle beerdigt. Wie Blasen, die aus einem Teich aufsteigen. Wenn sie zerplatzen, sind die Kräuselungen des Wassers bereits verschwunden.



Zuschrift aus Chongqing:


Was will man machen, allein vom Reden schwitzt man schon. Und jetzt drohen in Chongqing auch noch Corona-Massentests, trotz der hohen Temperaturen.



Zuschrift aus Shanghai:


Ich habe ein paar beeindruckende Bilder von Freunden gesehen. Im Hintergrund toben Waldbrände, im Vordergrund stehen sie für den PCR-Test Schlange, während in den Bürogebäuden der Strom abgestellt ist.



Zuschrift aus Sichuan:


Ich weiß nicht, wie es bei den anderen ist, aber bei meiner Großmutter sind zehn Hühner an der Hitze gestorben.



Zuschrift aus Chongqing:


Draußen vor dem Fenster hört man das Geräusch von Löschhubschraubern, die Wasser zum Löschen der Waldbrände heranbringen. Gestern haben sich Freiwilligenbataillone gemeldet, um beim Löschen der Brände zu helfen. Am Nachmittag sind sie rauf zum Berg, aber nachts brannten die Feuer leider immer noch.


Ab morgen um 5:30 in der Früh beginnt Chongqing mit einer neuen Runde Corona-Massentests. Eine positiv getestete Person soll wohl im Straßenimbiss vor unserer Schule gegessen haben. Das ist das erste Mal, dass ich so nah mit einem Infizierten in Kontakt gewesen bin. Und es ist auch das erste Mal, dass ich so nah an einem Waldbrand war. Wie gebannt sehe ich zu, wie sich das Feuer am Berg ausbreitet. Vor der Macht der Natur wirken die Probleme in unseren Großstädten wie Kleinigkeiten.



Zuschrift aus Sichuan:


Der Strom fällt ohne Vorwarnung aus. Manche Menschen müssen stundenlang im Aufzug ausharren und auf Rettung warten. Manche rufen bei Freunden und Verwandten an, um zu fragen, bei wem die Klimaanlage noch funktioniert. In den frühen Morgenstunden schwirren Menschen auf der Straße herum, auf der Suche nach Hotelzimmern. Dort scheint es noch einigermaßen erträglich zu sein. Wie Zugvögel ziehen die Leute umher. Wenn der Strom ausfällt, bricht der Schwarm auf.


Das hört auf, wenn die Stromausfälle zum Alltag werden, dann hat niemand mehr Kraft, um sich überhaupt noch zu bewegen. Die Kinder rennen wieder und wieder ins Badezimmer, um sich etwas Abkühlung zu verschaffen. Oder sie stechen ein paar Löcher in eine Wasserflasche und lassen sich das Wasser über den Körper laufen. Das macht Spaß und kühlt ab. Die Familie reißt Witze: Just in diesem Sommer, wo der sonst immer so sparsame Opa mal die Klimaanlage anmachen will, fällt sie aus.


In den Kleinstädten und Dörfern bleibt der Strom oft den ganzen Tag weg, Tag für Tag, und dass, obwohl sie dort viel weniger Strom verbrauchen als in den Städten. Beim Telefonieren höre ich von der Oma, dass im Dorf schon wieder einer an der Hitze gestorben ist. Schon wieder.


Aufgrund der Dürre konnte dieses Jahr viel weniger Obst und Gemüse angebaut werden. Meine Mutter erzählt, dass die Preise auf dem Markt schon wieder gestiegen sind. Da kann man beim Essen nicht wählerisch und verschwenderisch sein. Hauptsache man kommt irgendwie über den Sommer. Das wünsche ich allen anderen ebenfalls.



Zuschrift aus Sichuan:


Immerhin gibt es in Chengdu meist noch genug Strom für die Haushalte. Nachts kann man die Klimaanlage einschalten. Im Umland kommt es immer wieder zu Stromausfällen, erzählen mir Freunde. In den Dörfern sterben wirklich viele ältere Menschen an der Hitze …



Zuschrift aus Sichuan:


Ich bin aus dem Bezirk Guangyuan in Sichuan. Seit über einem Monat herrschen hier Temperaturen von über 40 Grad. Die Klimaanlage läuft ununterbrochen. Der Strom wurde bereits ein paar Mal abgestellt. Bei manchen ist dann auch das Leitungswasser unterbrochen, und die Brunnen sind ausgetrocknet. Viele müssen sich jetzt jeden Tag einen Kanister Wasser nach Hause bestellen. Ein Freund hat seine Arbeit verloren, weil seine Firma aufgrund von Stromengpässen dicht gemacht hat. Lass es endlich regnen. Ich habe mich noch nie so sehr nach Regen gesehnt.



Zuschrift aus Frankreich:


Ich finde wir sollten mehr über den Umgang der Menschen mit der Natur diskutieren. Echt, wir können nicht mehr länger so verschwenderisch mit der Natur umgehen.



Zuschrift aus Sichuan:


Aus Chengdu: Ich arbeite im Home Office seit die Regierung letzten Mittwoch verkündete, dass es zu keinen Stromausfällen in Privathaushalten kommen werde. Um Strom zu sparen, drängeln wir uns mit ein paar Freunden in einem Schlafzimmer. Die Klimaanlage ist auf 29 Grad gestellt. Ich hätte nie gedacht, dass ich das mal als angenehm kühl empfinden würde.


Vorgestern Abend wurde dann in unserem Wohngebiet doch Stück für Stück der Strom abgestellt. Die ganze Nacht über blieb er aus. Ich habe mich im Bett hin und her gewälzt und konnte nicht schlafen. Schließlich kam der Strom wieder zurück, aber so schwach, dass wir nicht mal den Ventilator richtig betreiben konnte. Der blies mal stärker und mal schwächer. In einem der Zimmer konnte man Licht anmachen, im anderen Zimmer ging es nicht – das erste Mal, dass ich sowas gesehen habe. In diesem Moment habe ich Angst vor den Naturgewalten bekommen.


In meiner Erinnerung ist der Sommer eine wunderschöne Jahreszeit: Hoffnung, blauer Himmel, Sonnenschein und Jugend. Voller Eiscreme und Musikfestivals. Nichts davon hat gegen die Qualen dieses Sommers bestand. Wann ist der Sommer endlich vorbei?



Zuschrift aus Chongqing:


Dieses Jahr in Chongqing: Rekordtemperaturen, Dürre, Waldbrände, Stromausfälle, Corona-Ausbrüche …eins folgt auf das andere. Keine Sorgen, es wird besser werden, irgendwann wird der Regen kommen. Chongqing wird wieder aufblühen.



Zuschrift aus Chongqing:


Selbst wenn ich die Klimaanlage auf 16 Grad runterregele kann ich die Hitze nicht vertreiben. Beim Duschen braucht man den Warmwasserboiler gar nicht erst einschalten. Gestern Mittag war ich auf der Straße unterwegs, um mich testen zu lassen. Auf der Straße keine Menschenseele, die meisten Läden hatten geschlossen und die Hamsterkäufe haben auch wieder begonnen. Der Hema-Supermarkt hatte geöffnet, aber hatte nicht genügend Kapazitäten für Lieferungen. Wegen der Corona-Maßnahmen und der hohen Temperaturen.


Der Rasen in unserer Wohnanlage ist komplett gelb, die Bäume an der Straße halb verbrannt. Ich habe noch niemals im August so viele bunte, von den Bäumen abgefallene Blätter gesehen. Die Wälder auf dem Weg in mein Heimatdorf sind komplett vertrocknet. Gefühlt 80 Prozent aller Bäume haben bereits gelbe, verwelkte Blätter. Es fühlt sich so an, als ob jeder Funke die Wälder sofort entzünden kann. Die Waldbrände überraschen mich daher überhaupt nicht.


Der erste war in Flußnähe, da kamen die Löschflugzeuge noch gut an Wasser ran. Die jetzigen Brände in den Banan- und Beibei-Bergen fressen sich Schicht um Schicht durch den Wald. Es scheint ein aussichtsloser Kampf gegen die Natur, die Brände ersticken zu wollen.


Es ist echt schwer, die Brände oben in den Bergen zu löschen. Es gibt keine Straßen, sodass die meisten Löschmaterialien nur mit Motorrädern nach oben geschafft werden können. Viele Motorradfahrer helfen freiwillig, darunter auch einige sehr junge. Wieder und wieder fahren sie mit ihren Motorrädern nach oben in die Berge.


Ich habe gehört, dass die Behörden wieder versuchen wollen, mit Regendrohnen künstlich Regen zu erzeugen, aber wenn ich in den Himmel schaue sehe ich keine einzige Wolke…



Zuschrift aus Sichuan:


Gute Nachrichten, es regnet. Hier in Chengdu hat es anderthalb Stunden geregnet. Ich hoffe, dass viele Orte um Sichuan und Chongqing was vom Regen abbekommen.



Zuschrift aus Guangdong:


Ich komme aus einem kleinen Dorf in Sichuan. Dort wird jetzt in der ganzen Gegend immer wieder reihum der Strom abgestellt – oftmals für viele Stunden am Tag. In dem Dorf, wo ich jetzt wohne, wurde der Strom am Abend abgestellt. Im ganzen Ort konnte niemand schlafen, draußen und drinnen ist es gleichermaßen heiß. Sonst geht man hier gewöhnlich zwischen 9 und 10 Uhr abends ins Bett. Jetzt sieht man Gruppen von Leuten, die bis tief in die Nacht hinein zusammensitzen, Karten spielen, plaudern und auf den Strom warten.


Manche Hotels haben noch immer Strom, die machen gerade ein Bombengeschäft. Wer die Kohle hat und es ansonsten nicht aushält, mietet sich dort ein Zimmer. Die ohne Geld sitzen die ganze Nacht zusammen, quatschen und warten darauf, dass der Strom wieder angestellt wird.



Zuschrift aus Sichuan:


Ich komme aus Nanchong in Sichuan. Für meine Arbeit musste ich dieses Jahr von Chengdu nach Dazhou wechseln. Die anhaltende Hitze und Dürre haben die Situation in Dazhou, einer Stadt ohne große Flüsse und Gewässer noch schwieriger gemacht. In der Stadt sind hier durchgängig 41 Grad. Sieben bis acht Stunden pro Tag ist der Strom weg.


Letzte Woche bin ich zurückgefahren nach Nanchong, doch dort hat es einen plötzlichen Corona-Ausbruch gegeben. Ich hatte Angst, dass ich im Lockdown feststecken würde und nicht zurück an meine Arbeit kommen würde, also habe ich mir meine aktuelles, negatives PCR-Testergebnis geschnappt und bin sofort wieder zurück nach Dazhou. Dort sitze ich jetzt gerade in den vorgeschriebenen drei Tagen Heimisolation zu Hause, wo zur heißesten Zeit des Tages immer der Strom abgestellt wird. Heute ist der zweite Tag meiner Heimisolation. Ich hoffe wirklich, dass die Temperaturen fallen und es endlich regnet. Jetzt wo ich es am eigenen Leib erfahren habe, wünsche ich allen, dass sie gesund und sicher durch die Hitzewelle kommen.



Zuschrift aus Sichuan:


In den letzten Tagen war es draußen so heiß, dass man es kaum aushalten konnte. Ich habe am Straßenrand auf ein Taxi gewartet und konnte die Hitze spüren – wie Feuer, das von den Füße bis in die Waden brennt. Als ich endlich im Taxi sitze, atme ich auf: „Wie gut, dass es hier Klimaanlage gibt.“ Der Taxifahrer lacht bitter: „Da würde ich lieber kein Geld verdienen wollen. Die Klimaanlage ist jetzt überlebensnotwendig.“


„Die Nachfrage brummt dieser Tage, aber auf den Straßen sieht man kaum Taxis. Viele Fahrer sind aktuell nicht unterwegs, weil wegen der Stromrationierung die Hälfte der Ladesäulen stillgelegt ist. Sieben Stunden muss man jetzt zum Aufladen warten.“ Ich habe dem Taxifahrer beim Aussteigen alles Gute gewünscht. Ich hoffe er hält durch. In zwei Tagen soll es regnen.



Zuschrift aus Sichuan:


Solange man zu Hause ist, ist es eigentlich kein Problem. Auch die Klimaanlage ist kein Problem. Es ist viel besser als früher, als es keine Klimaanlage gab. So kann man sich immerhin zu Hause abkühlen.



Zuschrift aus Jiangxi:


Gott, ich dachte immer, Jiangxi wäre super heiß, aber wenn ich mir jetzt die Situation der Leute in Sichuan und Chongqing anschaue, haben wir es ja noch richtig gut. Ich hoffe es wird ganz bald regnen. In Zukunft müssen wir sorgsamer mit der Natur umgehen. Im Angesicht der Naturgewalten sind wir Menschen wirklich nur ein Staubkorn.



Zuschrift aus Hubei:


Hier ist es seit 20 Tagen jeden Tag über 40 Grad ohne einen Tropfen Regen. Die Blätter der Bäume, die hier sonst sommerliches Grün und Schatten spenden, sind Stück für Stück vertrocknet und abgefallen. Im Park vor unserem Büro, der als Kulturstätte zur Zeit der Republik China angelegt wurden, werfen die alten Eichen ihre Blätter ab – man weiß gar nicht mehr, welche Jahreszeit eigentlich ist. In allen Leitungen fließt nur heißes Wasser, und wenn man nach der Arbeit mit den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs nach Hause ist, spürt man die Hitze des Bodens durch die Schuhe.


Jeden Tag hört man hier in der Gegend über neue Walbrände. In den letzten Tagen hat es immer an mindestens fünf verschiedenen Stellen gebrannt. Da weiß man gar nicht, welchem der Brände man zuerst Aufmerksamkeit schenken soll. Im Internet gibt es sogar Gerüchte, dass feindliche Kräfte die Feuer gelegt haben sollen.


Jeden Tag gibt es neue Corona-Fälle, viele Stadtteile sind bereits im Lockdown, auch der Banan-Bezirk ist bereits gesperrt. Morgens auf dem Weg zur Arbeit sehe ich kaum Autos und es kommen nur noch wenige Leute ins Büro. Heute musste wir alle in der Hitze zum PCR-Test. Es war so heiß, dass ich wirklich fast die Nerven verloren habe. Ich hoffe so sehr, dass die Pandemie endlich verschwindet. Die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Auswirkungen sind einfach zu groß.


 

[1] Veröffentlicht online am 24.08.2022 auf der WeChat-Seite von Dandu (单读) unter https://mp.weixin.qq.com/s/Kyjko6JtdHmBkdx094Oxvg